Patrick in San Francisco

Seit über einer Woche haben wir wirklich sch… Wetter hier in San Francisco. An Wind und Nebel habe ich mich ja einigermassen gewöhnt, aber jetzt ist es auch noch sau kalt und die meiste Zeit fast regnerisch. ABER das soll mich ja nicht davon abhalten diese wunderbare Stadt zu geniessen.

Am Samstag wollte ich eigentlich ins Napa Valley, habe mich aber aus Wettergründen dagegen entschieden und werde dies nun nächstes Wochenende nachholen. Also zog ich ein bisschen durch die Strassen von North Beach und versuchte endlich meine Orientierung zu finden (diese zwei, drei Strassen die das ansonsten typisch amerikanisch schachbrettartig angelegte Strassenbild SFO’s quer durchschneiden verwirren mich noch immer… Annik weiss, wovon ich spreche). Ich besuchte kurz den Coit Tower auf dem Telegraph Hill (siehe Fotos) und vergnügte mich ansonsten mit meiner Weltwoche in den netten italienischen Cafés.

Danach ging es ins Top of the Mark, einer Bar im obersten Stock des Mark Hopkins Hotel. Wieder mal eine tolle Aussicht über San Francisco (diesmal bei Nacht) und live Jazz-Musik werden einem hier geboten. Begrüsst wurde ich von der netten Empfangsdame mit den Worten “to eat or just for cocktails?”. Ich sagte “just for cocktails” – “just one?” – “öhm, I don’t know yet… perhaps for more than one” – “but you’re alone?” – “yes”. Sie bezog “just one” auf die Anzahl Personen (wollte also wissen ob ich noch Begleitung erwarte) und ich bezog es auf die Anzahl Drinks! :-) Ja, so kann man aneinander vorbeireden… very funny! Wir einigten uns schliesslich darauf dass ich alleine hier bin und soviele Cocktails trinken kann wie ich möchte. Ich trank zwei und ging dann wieder, denn die Bar war überfüllt mit älteren Semestern und sooo alt bin ich nun doch auch wieder nicht.

Auf dem Heimweg schaute ich noch kurz in Zeki’s kleiner, gemütlicher Bar vorbei. Eigentlich wollte ich mir nur noch einen kleinen Schlummertrunk genehmigen und meinen Weltwoche-Artikel über die Schweizer Banken in China zu Ende lesen. Doch nix da! Kaum den Drink vor der Nase und das Heft aufgeschlagen wurde es mir auch schon aus der Hand gerissen und ich sah mich von einer Horde Frauen umgeben die den Polterabend einer ihrer Freundinnen feierten. Denen gefiel mein Jacket, meine Nase auch (kein Scherz!) und ich glaube, sie fanden so ziemlich alles an mir toll. Tja, wie halt die Polterabend-Frauen so sind und sie hatten offensichtlich auch schon einiges an Alkohol intus.

Jedenfalls wollten sie wissen woher ich komme und ich musste anschliessend alles über die Schweiz und Europa erzählen. Zeitweise war ich von der halben Bar umgeben (wirklich kein Scherz!) und wurde ausgefragt. Ich fühlte mich wie ein Geschichtenerzähler im Kindergarten. Die ganze Situation war ziemlich lustig-skurril!

Nach der “Märchenstunde mit Patrick” verabschiedete sich die Meute wieder und zog weiter, währenddem ich noch zwei, drei Billard-Spiele gegen einige meiner neuen Freunde und Zeki himself verlor (Mann, bin ich schlecht in diesem Spiel). Mein Aufenthalt in Zeki’s Bar fiel also ein bisschen länger aus als geplant und verlief unerwartet ereignisreich.

Heute Sonntag musste ich dann zuerst mal tüchtig ausschlafen und den Rest des Tages habe ich gemütlich mit ein paar Filmen und einem Buch verbracht. Ich bin momentan ein bisschen Sightseeing-overloaded und deshalb war dies für Heute genau das Richtige. So, und jetzt gehe ich ins Bett. Gute Nacht!

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